Radieschen in der Fensterbank

Hallo ihr Lieben,

zuallererst möchte ich mich als eure Radieschen-Gärtnerin einmal vorstellen. Bisher sind meine Küchenkräuter früher oder später eines unrühmlichen Vertrocknungstodes gestorben. Daher probiere ich hier den Menschen ohne grünen Daumen einen Hoffnungsschimmer zu bieten. Meine Radieschen sind nicht nur relativ anspruchslos, sondern auch noch richtig gesund. Da schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie enthalten unter anderem Kalium, Kalzium, Eisen und die Vitamine A1, B1 und B2. Des Weiteren wirken Radieschen antibakteriell und beugen Infektionen vor.

Am Anfang sollte man sie drin behalten oder ein Netz über sie spannen, da die Samen gerne von Vögeln aufgepickt werden. Sie können von März bis September ausgesät werden und wachsen bereits ab fünf Grad. Außer etwas Wasser benötigen sie keine weitere Pflege. Die einzelnen Setzlinge sollen im Abstand von 4cm gesetzt werden.

Fünf Tage nach dem Pflanzen:

Beim heutigen Gießen und Blick in den Blumenkasten hatte sich einiges gegenüber dem Vortag geändert. Dort wo vorher noch gähnende Leere und schwarze Erde vorherrschte haben sich zahlreiche kleine Blättchen gebildet. Ich bin begeistert und habe einen kleinen Hoffnungsschimmer. Vielleicht habe ich ja doch eine leicht grüne Daumenspitze.

 

Eine Woche nach dem Pflanzen:

Ganz die liebende Pflanzenmutter bin ich besorgt um meine Setzlinge. Die hohen Temperaturen scheinen ihnen nicht zu gefallen. Ein paar der saftig grünen Blätter sind gelblichen gewichen. Auf meinem Minibalkon finde ich kein schattiges Plätzchen. Die Kleinen ziehen mitsamt ihrem Blumenkasten nach drinnen um. Noch bin ich mir nicht sicher, ob sie die Temperaturen in meiner Dachwohnung zufriedener stimmen.

Eine Woche und drei Tage nach dem Pflanzen:

Meine Radieschen haben sich erholt und wachsen stetig. Jeden Tag kommen ein paar Millimeter drauf. Damit nicht bald meine ganze Wohnung zugewachsen ist und da die Temperaturen gesunken sind, werden meine Pflanzen wieder nach draußen umgesiedelt.

Eine Woche und fünf Tage nach dem Pflanzen:

Die Radieschen sind langsam so groß, dass ich sie auseinander pflanzen muss. Sie werden ordentlich etwa vier Zentimeter voneinander getrennt gesetzt. Erst jetzt fällt mir die Problematik auf, dass ich nicht mehr für alle Pflanzen Platz habe. Deshalb der Tipp an euch: Bloß nicht alle Samen der Tüte gleichzeitig einpflanzen. Ich muss mich also von ein paar Setzlingen trennen und sie in andere Hände geben. Die anderen bekommen ordentlich Platz für sich.

Zwei Wochen und zwei Tage nach dem Pflanzen:

Das Wochenende allein zu Haus haben die Pflanzen nicht gut überstanden. Die Hitze hat sie verdorrt. Wie ich es von Anfang an befürchtet hatte, werden sie eines Hitzetodes sterben. Ich überlege das Projekt für gescheitert zu erklären, erschließe mich dann aber doch sie noch ein paar Tage weiter zu gießen. Vielleicht passiert ja noch ein Wunder.

Zwei Wochen und vier Tage nach dem Pflanzen:

Die Radieschen scheinen sich zu erholen. Ich muss lediglich einen Setzling entfernen. Ich habe mir Bewässerungskugeln gekauft. Diese befülle ich mit Wasser, welches sie an die Erde abgeben sobald sie trocken wird. Sie bieten mir die Möglichkeit die Pflanzen trotz meiner Abwesenheit ein paar Tage bewässert zu halten. Wer sich keine Bewässerungskugeln kaufen möchte kann einfach den Boden einer Plastikflasche abtrennen und den Deckel abschrauben. Dann wird der Flaschenhals in die Erde gesteckt und der Flaschenkörper mit Wasser befüllt.

Drei Wochen und drei Tage nach dem Pflanzen:

Heute ist der große Tag. Ich konnte mein erstes Radieschen ernten. Es ist noch etwas klein, weshalb ich beschlossen habe meinen anderen Setzlingen mehr Zeit zu geben. Da ich weiß, wie viel Arbeit in dieser kleinen roten Knolle steckt, kann ich sie besonders genießen.

 

Es ist schon ein tolles Gefühl im wahrsten Sinne des Wortes für sein Essen zu arbeiten. Dadurch das man jede Entwicklungsstufe miterlebt, isst man es viel bewusster. Man weiß dass man sein Essen selbst herangezüchtet hat und das keine Düngemittel oder anderen Substanzen daran gelangt sind. Allerdings wird die Menge des Gemüses, gerade bei meinen begrenzten Anbaumöglichkeiten, nicht als eine stetige Nahrungsergänzung reichen. Dafür wäre mehr Platz von Nöten. Wozu der Selbstversuch bei mir aber auf jeden Fall beigetragen hat, ist das es mir gezeigt hat wie viel Arbeit in jeder Ernte steckt und von wie vielen einzelnen Faktoren sie abhängig ist. Man lernt es nicht als gegeben anzunehmen.

 

 

 

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