Verhandlungen um zwei Grad Celsius

Ab wann wird der Klimawandel gefährlich für uns Menschen? Die Vereinten Nationen haben sich festgelegt: Ab einer Erderwärmung von zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter sind die Folgen nicht mehr kalkulierbar und möglicherweise auch nicht mehr zu stoppen. Um eine Begrenzung auf eben dieses Zwei-Grad-Ziel geht es daher gerade auf dem Weltklimagipfel in Paris. Klingt ganz einfach? Ist es leider nicht.

Der aktuelle Stand sieht so aus: Bisher hat sich die Erde seit 1880 um durchschnittlich 0,8°C erwärmt. Die Auswirkungen sind jetzt schon spürbar. Würde man den Klimawandel unverändert voranschreiten lassen, würden daraus in den nächsten Jahrzehnten mehr als 4,0°C werden. Geht man von den aktuell anerkannten internationalen Abkommen aus (vorausgesetzt, alle halten sich auch daran), wird sich die Erwärmung nur auf 2,8°C bis 3,5°C begrenzen lassen.

IMG_6028Seit dem Klimagipfel in Cancún 2010 ist das Zwei-Grad-Ziel von allen teilnehmenden Staaten anerkannt. Das nächste Problem: Selbst diese Zahl ist laut einiger Experten noch viel zu hoch. Durch sie würden die Folgen zwar halbwegs kalkulierbar, aber immer noch katastrophal. Inselgruppen im Pazifik würden teilweise oder dauerhaft überflutet und dadurch unbewohnbar. Der Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten würde zerstört. Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hungersnöte würden viel häufiger.

Für viele Politiker ist daher jetzt die Zeit der Rechenspielchen gekommen. Auch in Paris werden Prognosen und Jahreszahlen munter hin- und hergeschoben. Ich habe mich mit Clifford aus Kenia getroffen, der Zugang zu den Verhandlungen hat, und ihn nach dem aktuellen Stand gefragt. Er ist hoffnungsvoll, dass es tatsächlich zu einer verbindlichen Einigung kommen wird, die eine Begrenzung auf zwei Grad zumindest theoretisch möglich macht.

Ob das dann in der praktischen Umsetzung auch so klappt, ist natürlich weiterhin mehr als fraglich. Aber es wäre zumindest ein erster Schritt – und zwar ein dringend notwendiger.

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